Besonderheit Gas(Tank)Flaschen

Eine weitere Art der Propangasflaschen sind die sog. Gas(Tank)Flaschen aus Stahl oder Aluminium. Bei diesen Flaschen handelt es sich eigentlich um eine Art tragbaren Gastank mit Füllstopp in Gasflaschenform. Diese Gastankflaschen gibt es als Kaufflaschen in 6 kg und 11 kg Größe. Sie haben den Vorteil, dass sie an LPG-Tankstellen aufgefüllt werden können, auch im Ausland. Die Gastankflaschen unterliegen ebenfalls der 10 Jahres Prüfpflicht, deren Kosten der Eigentümer zu tragen hat.

Aufgrund der z. Z. geltenden Richtlinien und Vorschriften werden Gas(Tank)Flaschen rechtlich nicht wie die fest eingebauten Gastanks behandelt, sondern gelten weiter als Gasflasche, obwohl die Gastankflaschen alle Sicherheitseinrichtungen wie die Gastanks aufweisen. In Deutschland dürfen nur Tankstellen mit entsprechender Genehmigung die Gasflaschen befüllen.

An den Tankstellen liegen teilweise folgenden Verbraucherhinweise aus:

Verbraucherhinweis – „Tankflaschen“ für Propan

Derzeit werden sogenannte „Tankflaschen“ insbesondere für den Freizeitbereich (Camping) meist über das Internet zum Verkauf angeboten. Dem Camper soll mit diesem Produkt die Möglichkeit gegeben werden, seinen Flüssiggasbedarf quasi überall / an jeder öffentlichen Autogastankstelle zu decken. Dies ist jedoch aufgrund gesetzlicher Vorschriften (Betriebssicherheitsverordnung) in Deutschland NICHT ZULÄSSIG

Nach dieser Verordnung dürfen an Autogastankstellen nur Treib- bzw. Brenngastanks, die mit dem Fahrzeug oder sonstiger ortsbeweglicher Betriebsanlage dauernd fest verbunden sind (s. letzter Abschnitt!), volumetrisch befüllt werden.

Diese Forderung erfüllen die angesprochenen Tankflaschen nicht!

Betreiber von Autogastankstellen, welche abweichend von der erforderlichen Erlaubnis der zuständigen Behörde das Befüllen dieser Flaschen dulden, handeln i. S. d. o. a. Verordnung ordnungswidrig.

Neben den formalen – stehen auch Sicherheits-Aspekte einer solchen Befüllung entgegen.

So kann bspw. bei einer Befüllung durch den Laien nicht ausgeschlossen werden, dass:

– die Prüffrist der Flasche bereits überschritten ist,

– die Flasche mechanisch (sicherheitstechnisch bedenklich) beschädigt ist (Beule / Delle),

– durch beabsichtigtes o. unbeabsichtigtes Schräghalten die Flasche überfüllt wird.

Die angeführten Sachverhalte können jedoch Ursachen für das Bersten von Gasflaschen darstellen.

Dies zu beachten, ist dagegen Aufgabe eines mit einer ebenfalls erforderlichen behördlichen Erlaubnis ausgestatteten Füllbetriebes. Hier werden die Flaschen von sachkundiger Hand ordnungsgemäß in einer dafür vorgesehenen Flaschenfüllanlage befüllt.

Betreiber von Autogastankstellen sollten potenzielle Kunden daher bspw. durch Aufkleber an der Abgabeeinrichtung / Zapfsäule über das Verbot des Befüllens von Campingflaschen informieren.

Um Gas(Tank)Flaschen an Tankstellen betanken zu dürfen, müssen die Gas(Tank)Flaschen gemäß der o. a. Anordnung a) eine Bauartzulassung als TANK nach ECE R 67.01 haben, fest mit dem Fahrzeug verbunden sein (20/8 G-Kräfte) und von einer Prüforganisation (TÜV, Dekra, etc.) abgenommen und im Fahrzeugschein eingetragen sein.

Im Rahmen der Prüfung nach dem DVGW Arbeitsblatt G 607 dürfen Gas(Tank)Flaschen-Anlagen nur geprüft werden, wenn:

a) die Befestigung durch vorhandene Gurte (eine werkzeuglose Entnahme muss gewährleistet sein!) erfolgt ist,

b) kein Füllanschluss an der Gas(Tank)Flasche verbaut ist,

c) die Gas(Tank)Flasche(n) entweder mit Hochdruckschläuchen an einem Gasdruckregler an der Fahrzeugwand oder mit einem Gasdruckregler direkt an der Gas(Tank)Flasche mit anschließendem Niederdruckschlauch an der Gasleitung des Fahrzeuges verbunden ist.